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Die Winterreise von Franz Schubert gilt als einer der bekanntesten und berühmtesten Liederzyklen der gesamten klassischen Musik. Die Texte stammen von Wilhelm Müller(1794-1827). Die ersten zwölf Gedichte wurden von ihn unter dem Namen „Wanderlieder von Wilhelm Müller verfasst. Die Winterreise. In 12 Liedern“ veröffentlicht. Weitere zehn Werke erschienen 1823. Es waren also zuerst nur 22 der 24 Gedichte veröffentlicht. Erst 1824 erschienen unter dem Namen „Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten. Zweites Bändchen. Lieder des Lebens und der Liebe.“ Alle Gedichte zusammen, erweitert um „Die Post“ und „Täuschung“. Franz Schubert fühlte sich von den Texten unmittelbar angesprochen und vertonte sie im Todesjahr Wilhelm Müllers. Die ersten 12 Gedichte verarbeitete er, laut Autograph, im Februar 1827. Diese wurden dann am 24 Januar 1828 in Wien veröffentlicht. Wahrscheinlich im Spätsommer 1827 stieß Schubert dann auf die restlichen 12 Gedichte, die er nun auch vertonte. Diese wurden erst sechs Wochen nach Schuberts Tod, am 31. Dezember 1828 veröffentlicht. Schubert und Müller sind sich nie persönlich begegnet. Ob dieser noch vor seinem Tode 1827 von Schuberts Vertonungen erfuhr, ist unklar.
Der Inhalt ist eine unglückliche Geschichte: Zwischen zwei jungen Menschen zerbricht eine aufkeimende Beziehung. Er, ein Wandergesell, verlässt enttäuscht das Städtchen seiner Liebe, fortgejagt und erstarrt in unterdrückten Emotionen. Der Winter bricht herein. Immer wieder träumt er sich in die verlorene Vergangenheit hinein, heiße Sehnsucht flammt auf und erstirbt wieder in der klirrenden Kälte seiner Realität. Resigniert lässt er sich in die Irre führen und findet schließlich ermattet einen Schlupfwinkel. Doch das gequälte Herz kommt nicht zur Ruhe: wieder suchen ihn verlockende Träume heim, Todessehnsucht kommt auf. Schon verfolgt ihn eine Krähe, die den nahen Tod wittert, und seine letzte Hoffnung fällt mit einem welken Blatt zu Boden. Nachts durchquert er ein schlafendes Dorf und erkennt sich endgültig als ein Ausgestoßener. Nach einem stürmischen Morgen geleitet ihn ein Wegweiser zu einem Friedhof. Doch seine Sehnsucht wird nicht gestillt, er kann noch nicht sterben. Mit einem neuen trotzigen Aufbegehren zieht er weiter – und trifft schließlich in einem alten Leiermann seinen musikalischen Weggefährten.
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